Eine ungewöhnliche Stelle für einen Wassereinbruch

am Flair 1 / Stoßstange hinten li. & re.


Vorwort zum Thema Wassereinbruch in der Garage:

Also, Wassereinbruch hört sich immer so nach „Rohrleitungsschaden“ an – Wassereinbruch

signalisiert immer Wasser in großen Mengen – man kann den, in diesem Fall dargestellten Wasserschaden, beruhigt als Wassereintritt bezeichnen. Genauer gesagt – nicht schnell genug ablaufendes Wasser hat Zeit, sich auch noch andere Wege zu suchen. Am Heck des Flairs hat das Wasser nun einen Weg gefunden, der unglücklicher Weise in das innere des Fahrzeug führt. Aufbaubedingt kommt das Wasser nun auch direkt mit unbehandeltem Sperrholz in Kontakt. Da dieses Sperrholz sehr „durstig“ ist, saugt es sich nun unaufhaltsam voll.

Das Resultat kennt fast jeder Flair 1 Besitzer – nur, und da bin ich mir fast 100%ig sicher, weiß keiner wo es herkommt??!!

Die abenteuerlichsten Vermutungen wurden angestellt: „es kommt vom Dach“ – „es läuft über die oberen Rücklichter“ – „es kommt von den unteren Rücklichtern“ – „vielleicht sind es die Klappen ??“ – usw. usw.

Mehr durch Zufall kam ich der gesamten Problematik näher. Bedingt durch einen kleinen

„Rempler“ an der hinteren seitlichen Schürze musste diese demontiert und überarbeitet werden. Hierbei wurde der Luftspalt am Gehrungsschnitt vom Aufbau sichtbar.


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Ablaufendes Wasser kommt nicht schnell genug weg und hat Zeit hier einzudringen


Als Sofort Maßnahme wurde hier ein Loch hineingebohrt und anschließend mit der Sikaflex Pistole soviel wie nur möglich von dem Sikaflex 221 hinein gedrückt, bis es schließlich am Loch herausquoll.


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Beide Bilder bedürfen keiner Erklärung


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Nach Abschluss dieser Arbeiten

( beide hintere Ecken ) wurde die Stoßstange überarbeitet. Wie schon geschrieben, das Wasser soll an der hinteren Schürze und an den Ecken schneller abfließen können. Hierzu wurden Stege weg geflext


und die Gummi´s ( Bumper ) bekamen an den Aussteifungsecken große Löcher eingearbeitet.


Auf diesem Bild sind auch gut die Verunreinigungen erkennbar, die ein Abfließen des Wassers noch zusätzlich erschweren.


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Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde die ganze Angelegenheit nochmals mit einem „harten“ Wasserstrahl auf Dichtigkeit überprüft! Das Ergebnis war „schockierend“! Wasser ohne Ende an den Ecken.

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Daraufhin wurde der schon vergammelte Boden ( Sperrholz ) in den Ecken entfernt. Die vom Hersteller eingebrachte „Dichtungsmasse“ wurde mühsam entfernt – bis aufs Außenblech waren nun die Ecken frei einsehbar. Der erneut aufgesetzte „harte“ Wasserstrahl brachte es nun an den Tag. Unscheinbar ( ich glaube beinah, dass mir das keiner „abnimmt ) aber wahr – an dieser Stelle kommt das Wasser rein


Der Alufraß kommt auch nicht von „ungefähr“ !!


Der versiegelte Gehrungsschnitt – der Pfeil deutet genau auf das gebohrte Loch


Da ich ja nun mit dem zusätzlichen „Loch bohren“ gute Ergebnisse erzielte, wurde an dieser Stelle ebenfalls ein Loch gebohrt um die Spitze der „Pistole“ auch gut einsetzen zu können. Um das Äussere des Fahrzeug nicht zu verunstalten, mußte von unten gebohrt werden. Hierzu wurde ein Teil vom Profil weg geschliffen um dann mit der Bohrmaschine vernünftig arbeiten bzw.bohren zu können ( 6 mm d ).


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Hier wird gebohrt und hier wird SikaLastomer eingedrückt bis es außen und innen herausquillt


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austretende Dichtmasse erkennbar neben dem Niet hier sieht man schön wie es innen herausquillt


Also, wo soviel Dichtmasse herausquillt, kann in der Gegenrichtung auch genug Wasser hereinkommen!


Ein weiterer Schwachpunkt ( Wassereintritt ) sind die seitlichen Befestigungsschrauben vom

„Bumper“ – hier wurde schon eine abgedreht, da zu sehr verrostet – wo Rost da auch Feuchtigkeit. Die restliche Schraube wurde nun entfernt – diese Bohrung wurde ebenfalls aufgebohrt und anschließend mit Druckluft durchgeblasen und siehe da, es besteht bzw. bestand ein Durchgang nach innen und somit logischerweise kann auch hier Wasser eingedrungen sein und das Holz begann zu „saugen“!!


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das aufgebohrte Loch von der Bumperbefestigung / überschüssige austretende Dichtmasse aus dem Bohrloch und austretende Dichtmasse innen


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Um auch ganz und absolut sicher zu sein, dass kein Wasser mehr Zugang zum Garagenboden hat wurden die beiden Reparaturstellen innen am Heck nochmals zusätzlich mit Sikaflex 221 behandelt und darauf noch einmal GFK – Streifen geklebt, um das neu einzusetzende Sperrholz zu schützen.

Diese Beschreibung bzw. dieser Bericht soll eigentlich nur verdeutlichen, dass es sehr großen Sinn macht, den so genannten „Wassereinbruch“ zu lokalisieren.


Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, den Garagenboden zu sanieren ohne zu wissen wo das Wasser, besser gesagt: die „Feuchte“, her kommt.


Abgesehen davon, dass ein feuchter Garagenboden anfangen kann zu „müffeln“, ist es unschön solch einen schwammigen Boden zu haben.


Ich werde meinen Garagenboden wieder mit Pappelsperrholz herrichten ( es sind überwiegend die Randbereiche betroffen ) ihn aber nach Fertigstellung mit Firnis so oft behandeln bis das Sperrholz gesättigt ist ( hat man im Schiffsbau auch gemacht ).


Die Sanierung des Garagenbodens werde ich ebenfalls dokumentieren, denn es soll aufzeigen, dass es gar nicht sooooo schwierig ist.

Außerdem spart man so ein paar Euro.


Dieser Bericht wurde von mir privat erstellt.

Auf die Richtigkeit der ausgeführten Arbeiten kann keine Gewähr gegeben werden


Siegfried Haberer Rheinberg im Dezember 07