Hallo erstmal an Alle, bin neu hier und möchte gleich mal helfen...
Also Juppi grundsätzlich hat mein Vorschreiber schon recht, ca. 80 Ampere und das 9 mal nacheinander ist schon eine Menge Holz und eine Wohnraumbatterie liebt das nicht gerade...
Ich setze nun aber mal vorraus daß Deine Bat´s OK sind (hast sie ja getestet, Wasserstand ect.)
Jeder noch so tolle Bat-Monitor misst nur brav die Ampere die raus oder reinlaufen und rechnet AH dazu oder weg... auch klar..
Dein Problem ist ganz eindeutig ein Spannungsabfall unter Last. Das ist ein Standartproblem im WoMo Bau und hat (bei guter Bat.) einen einzigen Grund: Einen zu großen Widerstand im GESAMT-Stromkreis. Dafür gibt es wieder zwei Hauptgründe:
zu geringer Kabelquerschnitt
zu hohe Übergangswiderstände
Zu Punkt 1:
im Netz findest du zahlreiche Aps zum Berechnen des korrketen Querschnitts (z.B. http://www.bys-design.de/fl- kabelquerschnitt.html)... zusätzlich ist dabei die Temperatur entscheidend; eine Formel die auf 20 Grad Bezug nimmt liegt z.B. für ein Kabel im Motorraum eines Integrierten gehörig daneben... Für die die sich jetzt fragen ob das relevant ist, hier mal ein kleines Beispiel:
Ein 1200 Watt Wechselrichter zieht 100 Ampere. Er ist an die Standart Verkabelung der Wohnraumbatterie angeschlossen. Bei 16 qmm Querschnitt und 3 Meter Kabellänge macht das einen Spannungsabfall von 0,67 Volt... Heißt also von den 12,2 bleiben nur 11,38 Volt übrig... UND jetzt kommts erst nocht !! Das heißt die Verlustleistung im Kabel beträgt ca. 67 Watt... Für alle Elektro-Laien heißt das: Das Kabel wird wärend des Betriebes kontinuierlich mit 67 Watt beheizt !! Und nun ist es wichtig zu begreifen, daß genau dieser Wärmeanfall unsere Ausgangsformel ÄNDERT... d.h. der Kabelwiderstand wird durch die Wärme größer, die Verlustleistung steigt und das Kabel wird noch mehr erwärmt usw. usw..... nur die Wärmeabführung durch die Umgebungsluft verhindert Schlimmeres....
wir halten also fest: Die Höhe des Spannungsabfalles unter Last ist für WoMo-Zwecke ABSOLUT relevant und zu beachten. Würde man durch einen geringen Querschnitt bei einer 230 Volt- Installation 1,5 Volt verlieren wäre das weniger als 1 % bzw. 228,5 Volt (merkt kein Mensch bzw. kein Gerät). Verliert man aber bei einer 12 Volt- Installtion 1,5 Volt dann sind das mehr als 10 % bzw. 10,5 Volt und der Wechselrichter schreit oder steigt aus.
Nun aber zum fast noch wichtigeren Punkt 2 (Übergangswiderstände):
Ich möchte behaupten, daß es fast nicht möglich ist, Großverbraucher betriebssicher zu betreiben, ohne eine ausreichend dimensionierte direkte Masseleitung von der Bat. zum Verbraucher zu legen...
Wenn die Masse über das Chassis geführt wird, reicht eine einzige minimal korrodierte Verbindung (z.B. Kabelschuh) um einen zu hohen Gesamtwiderstand zu erzeugen. Einfach gesagt ist es egal, ob der Widerstand in der Zuleitung oder Richtung Masse zu groß ist... wir nennen das Ganze ja StromKREIS und somit ist es egal, wo der Flaschenhals sitzt... Ist ein Übergangswiderstand von wenigen Ohm relevant ? Ja. Genauer: Je höher der Stom (Ampere) und je niedriger die Spannung (Volt), desto relevanter... einige Ohm mehr Widerstand am Kabelschuh entsprechen z.B. zig Metern mehr Kabel... und wer käme schon auf die Idee einen Wechselrichter an eine 30 Meter lange Zuleitung zu hängen, oder ?
Wenn man noch genauer hinsieht, ist es sogar relevant welche Art von Ringkabelschuh man verwendet: das Rohr in dem das Kabelende steckt hat noch Querschnitt. Der Ring mit Schraube und Mutter auch. Aber die wenigen Millimeter Blech dazwischen haben bei vielen Billig-Kabelschuhen einen zu geringen Querschnitt... ist der Kabelschuh dann auch noch stümperhaft mit einer Zange gequetscht, statt mit vielen Tonnen ordentlich gepresst hatt man flux zig Ohm Übergangswiderstand....
Zusammenfassung: Dein System verliert Spannung unter Last. Dies spricht für einen zu hohen Gesamtwiderstand. Vor allem die Steigerung des Problems durch wiederholtes Abrufen der Last untermauert dies. Ein Grund könnte eben ein zusätzlicher Anstieg des Gesamtwiderstandes durch Erwärmung im Stromkreis unter Last sein.
Eine Spannungsmessung ohne Last führt zu nichts (außer in die Irre). Am Besten wäre eine Widerstandsmessung des gesamten Kreises (incl. Masse) im Idealfall unter Last...
Praktische Lösung: Den Kompletten 12-Volt Stromkreis (incl. Masse !!) durchcheken... Widerstände der verwendeten Leitungen berechen und addieren... Übergangsstellen checken... z.B. 50 qmm Zuleitung zum WR... klingt gut, aber was ist direkt am Wechselrichter ? Steckt die Zuleitung in einer Schraubklemme am Wechselrichter
? Wenn ja, ist eine korrekt verpresste Aderendhülse auf dem Kabel in der Klemme am Wechselrichter ? sind die Madenschrauben der Wechselrichterklemme auch nur Ansatzweise korrodiert ? zu wenig / zu stark festgezogen ? geht die Masse separat oder über das Chassis ? etc. etc....
Auch möglich ist es, das System laufen zu lassen bis der WR stoppt um dann SOFORT zu kontrollieren, ob Du irgendwo im 12-Volt-Wechselrichter Kreis warme Stellen hast (v.a. an Klemmen / Kabelschuhen etc.)...
Abschließend ist zu sagen, daß Du mit diesen Problemen nicht alleine bist, weil eben ein 12 Volt System in Leistungsbereichen von 1000 und mehr Watt relativ ausgereizt ist und damit fragil auf kleine Details (Widerstände) reagiert... Nicht umsonst gib es in LKWs 24 oder mehr Volt... Grundsätzlich sollten WoMo-Hersteller welche von Werk aus WR mit 3 kW und mehr verbauen mal überlegen, ob es nicht besser wäre, die 12 Volt Schiene zu verlassen.....
Ich hoffe das bringt etwas Licht in Dunkel...